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Bündnis 90/Die Grünen

Die Partei „Die Grünen“ aus Westdeutschland und das Bündnis 90 aus Ostdeutschland schlossen sich 1993 zur Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ zusammen und verstanden sich als Reformpartei.
Hintergründe der Entstehung waren neue Orientierung sozialer Politik, die Friedensbewegung in den 80ern Jahren, Forderung nach Einstellung der Ausbeutung von Entwicklungsländern durch Industrienationen und – Namensgebend – der Umweltschutz.

Grün und Gut - Ein Bild von einem Parteitag

Auch heute stehen Umweltschutz und ökologische Nachhaltigkeit im Zentrum der grünen Politik. Dazu gehören Klimaschutz, Tierschutz, Verbraucherschutz und eine angemessene Umweltpolitik.
Seit den wissenschaftlichen Durchbrüchen in der Gentechnik wehren sich die Grünen gegen Anwendung von Gentechnik in der Landwirtschaft und setzen sich für ökologische Agrarwirtschaft ein. Seit jeher sind die Grünen Gegner der Atomenergie und Verlangen die Förderung und den Ausbau regenerativer Energien und die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Die anfänglich im Selbstverständnis enthaltenen radikaleren Forderungen bezüglich Sozialpolitik und menschlicher Freiheit und politischer Wende sind heute zum Großteil politischem Konsensdenken gewichen: Bildungspolitisch fahren die Grünen beispielsweise eine ähnliche Schiene wie die SPD, versuchen dort aber vermehrt aktiv zu werden.
Menschenrechte und Freiheit des Einzelnen und Gleichberechtigung jeden Lebensstils sowie Gewaltfreiheit sind zwar Ideale der Grünen, aber kein pragmatisches Parteivorhaben.
Aus diesem Grund standen die Grünen, trotz ihrer überwältigenden Erfolge in den Anfangsjahren ihrer Zeit, mit dem wachsenden Nachdenken über Umwelt- und Klimaschutz in der Gesellschaft und der Aufnahme des „grünen Ideals“ anderer Parteien in deren Programm zunächst ihrer Einzigartigkeit beraubt da.
Die Wählerschaft der Grünen weißt besonders viele junge Leute auf, mehr als in anderen Parteien vergleichbarer Größe (beispielsweise FDP). Allerdings ist die größte Wählerschaft der Grünen bei den 45-60 Jährigen zu finden, wohingegen ein stärkerer Mittelbau fehlt.
Konnten die Grünen bereits aus der „Wählerabwanderung“ großer Parteien und der wachsenden Klimadebatte profitieren, so wurde das grüne Konzept spätestens seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan 2011 wieder politisch brandaktuell: In Rheinland – Pfalz und Bremen konnten die Grünen hohe Erfolge erzielen und in Baden-Württemberg mit einem historischen Wahlergebnis die meisten Stimmen erlangen und somit in Koalition mit der SPD den ersten grünen Ministerpräsidenten der Bundesrepublik stellen.